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Rhein-Neckar / Heidelberg e. V.
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Helfer des DRK Notfallnachsorgedienstes im Einsatz in Winnenden

 

21.03.2009

Nach dem schrecklichen Amoklauf in Winnenden und Wendlingen war schnell klar, dass die notfallpsychologische Versorgung und Betreuung über einen längeren Zeitraum notwendig sein wird. Die Landesbereitschaftsleitung des Deutschen Roten Kreuzes erfragte deshalb zeitnah mögliche Ressourcen aus den umliegenden Kreisverbänden zur Unterstützung und Entlastung der dort eingesetzten Helfer im Rahmen der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV).
Die Gruppe Notfallnachsorgedienst (NND) des Kreisverbandes Rhein-Neckar/Heidelberg war gerne bereit, die angeforderte Hilfe zu leisten.


Mitarbeiterin des DRK Notfallnachsorgedienstes vor einem Meer an Kerzen
Für die Begleitung der Menschen, die an der zentralen Trauerfeier und dem Staatsakt in Winnenden am vergangen Samstag teilnahmen, entsandte der DRK Kreisverband unter der Leitung von Jörg Küllmar eine Gruppe von 14 NND´lern, darunter auch weitere drei Gruppenführer PSNV zu diesem besonderen Einsatz.
Die ausgebildeten Fachhelfer Notfallnachsorge, unter ihnen auch drei Ärzte und ein Psychologe, wurden zunächst in zwei Kirchen und einer Sporthalle eingesetzt, an denen die Trauerfeier auf Großbildleinwänden übertragen wurde. Begleitet von einem Seelsorger wurde damit vielen Menschen die Möglichkeit geschaffen, gemeinsam zu trauern.
Alle kennen die Bilder aus den Medien, aber bereits der Anblick der Albertville-Realschule aus dem Fahrzeug bei der Fahrt vom Bereitstellungsraum zu den einzelnen Standorten machte allen Helfern klar, dass Fernsehbilder und Realität nicht vergleichbar sind.
Dank der vorbildlichen Organisation des Stabes vor Ort konnten alle die zugeteilten Aufgaben bestens erfüllen. Es war schön zu sehen, wie die einzelnen Fachgebiete Hand und Hand arbeiteten und sich gegenseitig unterstützten. Die Gemeinschaft unter dem Zeichen des Roten Kreuzes war überall spürbar und gibt manchem sicher neue Motivation für seine ehrenamtliche Arbeit.
Eine Gruppe wurde nach Abschluss des Staatsaktes zur Unterstützung der dortigen Kräfte direkt zur Albertville-Realschule beordert, da viele der Gäste sich auf den Weg dorthin gemacht hatten.
Es gab gute Gespräche mit den Menschen vor Ort, von denen sicher nicht nur die Betreuten profitierten, auch die eingesetzten Helfer konnten eindrückliche Erfahrungen machen. Negativ bleibt allerdings die überall spürbare Präsenz der Presse in Erinnerung – es gab für die Menschen kaum die Chance, ungestört zu trauern, ohne dass eine Kamera oder ein Mikrophon in der Nähe war.

Die Eindrücke der trauernden Stadt Winnenden, die Bilder und Erlebnisse, die die Rotkreuzler unseres Kreisverbandes von dort mitnehmen, wirken sicher noch lange nach. Es sind Bilder der Trauer und des Entsetzens, aber auch Bilder der Menschlichkeit und Solidarität.
Alle Helfer sind dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben, auch wenn wir wünschen und hoffen, dass sich ein solches Ereignis hier im Rhein-Neckar-Kreis nie ereignet.

Manuela Schütz


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