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Vorm Blutspenden muss sich niemand fürchten

 

10.09.2009

DRK Wiesloch - 50 Jahren Blutspendeaktionen – Zur Jubiläumsveranstaltung kamen 300 Spender


Blutspende in einer Halle
Wer beim Blutnehmen in der Arztpraxis  gerne einmal blass wird oder gar ohnmächtig zu werden droht, der hielt sich am vergangenen Donnerstag am besten fern von der Mensa des Ottheinrich-Gymnasiums. Aber eigentlich gibt es für derlei Ängste gar keinen Grund. Das bewies die Blutspende-Aktion des DRK Wiesloch, die in diesem Jahr ein Jubiläum feierte. Seit nunmehr 50 Jahren führen die Männer und Frauen des Roten Kreuzes in Wiesloch diese Aktionen durch.
Man tritt ein in den Vorraum, wird freundlich in Empfang genommen und zur Anmeldung geleitet, wie rund 300 andere Blutspender an diesem Tag auch. Man erhält ein Formular mit Fragen zur persönlichen Gesundheit, füllt den Zettel in Ruhe aus und gibt ihn wieder ab. Die Profis unter den Spendern haben ihren Blutspendeausweis schon dabei und marschieren gleich weiter zum medizinischen Check. In mehreren Räumen warten Ärzte, die die Eignung der potenziellen Spender für die Blutentnahme beurteilen: "Zuerst messen wir den Blutdruck, er muss hoch genug sein." "Fühlen Sie sich grippig? Nehmen Sie regelmäßig Medikamente? Wenn ja, welche?"

Erstspender kommen automatisch zu Dr. Stange im ersten Untersuchungsraum. Freundlich dort empfangen, werden sie gründlich über die Blutspende aufgeklärt. Sie erfahren zum Beispiel, das man ihnen ziemlich genau einen halben Liter Blut abzapfen wird, von dem ein Teil gleich nach der Entnahme getestet wird: Ist das Blut für eine Vollkonserve geeignet oder sollen die Blutplättchen weiterverwendet werden? Ausgeschlossen von der Blutspende werden Menschen, die offensichtlich krank oder körperlich geschwächt sind. Auch die Einnahme von Insulin oder Cortison ist ein Hinderungsgrund für den Fortgang der Prozedur. Allerdings liegt die Ausschlussrate normalerweise unter fünf Prozent; „Die Kreislaufschwachen und ernstlich Kranken kommen erst gar nicht“, weiß Dr. Stange.

Die Ärzte klären im Rahmen der kurzen Untersuchung über den Vorgang der Blutspende auf und nehmen den Erstspendern die Angst, die Mehrfachspender schon lange nicht mehr kennen. Sie wissen, wie gut man betreut wird, dass für jeden Spender und jede Spenderin eine Fachkraft zur Verfügung steht und dass man die Spende bei Unwohlsein jederzeit abbrechen kann. Peinlich genau wird in Zeiten der Schweinegrippe auf Hygiene geachtet, Ruhezeiten nach der Spende müssen eingehalten werden und am Ende des Rundgangs durch den Spendevorgang wartet ein leckeres und kräftigendes Essen.

Das DRK Wiesloch organisiert diese Blutspendeaktionen regelmäßig drei Mal pro Jahr. Alles ist mit hohem Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter verbunden. Da muss der Saal hergerichtet werden, Trennwände zur Wahrung der Privatsphäre und zur Abgrenzung einzelner Bereiche müssen aufgestellt werden, das Essen wird in Handarbeit geschnippelt und angerichtet und die gesamte Logistik mit ca. 20 Blutentnahmebetten in der Mensa einschließlich einer kompletten Rettungswagen-Notfallausstattung muss bewältigt werden. In Zusammenarbeit mit der Blutspendezentrale wird dieser Dienst von den Helfern sehr gerne versehen: "Die Leute kommen, weil sie wissen, wie wichtig Blutkonserven im Notfall auch für den Spender selbst sein können. Für das DRK Wiesloch bleibt nicht viel hängen, aber darum geht es ja auch nicht. Die Vergütung für die fast 300 Konserven ist eine Aufwandsentschädigung. Wichtig ist, dass die Blutspenden für die Medizin dann zur Verfügung stehen."

Und so werden von 14 bis 18 Uhr Männer und Frauen jeden Alters durch die Mensa von der Anmeldung bis zum Vesper danach geschleust. Man legt sie auf Liegen, schließt sie an das Entnahmegerät an, stöpselt sie wieder ab, wenn automatisch nach 500 ml das Ventil schließt, geleitet sie fürsorglich in den Ruheraum und bedient sie mit freundlichem Lächeln an der Ausgabetheke, bevor sie – ein halbes Kilo leichter – wieder den Weg nach Hause antreten können. "Tatsächlich kommen manche zur Blutspende, weil es auch gesundheitlich gut tut, wenn sich ein halber Liter erneuern muss", sagt Dr. Stange und freut sich über die vielen Spender, die in Wiesloch regelmäßig da sind: "Wir kommen gerne nach Wiesloch, hier ist es ganz toll!"

Und so gehen fast 300 zufriedene Menschen in dem Wissen nach Hause, dass sie tatsächlich etwas Gutes und Wichtiges getan haben – und das alles für ein Dankeschön und ein Vesper. Und nicht wenige Erstspender tragen ihren neu erworbenen Blutspenderausweis stolz mit sich. Fast alle werden beim nächsten Mal wieder kommen. Und wer weiß, vielleicht auch einige mehr, die erfahren, wie gut man betreut und begleitet wird und dass man den Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Wiesloch vertrauen kann.

Angst unbegründet: Fast 300 Menschen erklärten sich am vergangenen Donnerstag bereit, Blut zu spenden, waren guten Mutes und stolz, etwas so Wichtiges getan zu haben. Das Rote Kreuz hatte zur "Jubiläums-Blutspende" in Wiesloch eingeladen.           

Foto: Pfeifer
Quelle: RNZ 16.9.09



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