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Katastrophenschutzübung erfolgreich abgeschlossen: Medizinische Universitätsklinik erfolgreich „teilevakuiert“

 

16.10.2014

Am Samstag, 11. Oktober 2014, fand auf dem Campus der Universitätsklinik Heidelberg eine großangelegte Übung des Katastrophenschutzes statt. Rund 250 Helfer und Darsteller übten eine Evakuierung aufgrund eines fiktiven Bombenfundes.


Übung Evakuierung - Hilfe beim Einsteigen in ein DRK-Fahrzeug
Ausgangslage der Übung war der fiktive Fund einer Weltkriegsbombe bei den Bauarbeiten zum Neubau der Chirurgie, welche derzeit neben der Medizinischen Klinik errichtet wird. Aufgrund des Bombenfundes wurde aus Sicherheitsgründen eine Evakuierung notwendig, damit die Bombe im Anschluss ohne Gefährdung der Patienten und Mitarbeiter hätte entschärft werden können.

Welche Maßnahmen sind hierfür notwendig? Was für ein Zeitaufwand ist notwendig, um die Patienten zu verlegen? Wie läuft die Kommunikation zwischen den beteiligten Organisationen? Diese und weitere Fragen sollte die Übung beantworten, um aus den Erkenntnissen die vorhandenen Planungen überprüfen und fortschreiben zu können.

Nach dem Fund der fiktiven Bombe am frühen Freitagmorgen, welche durch eine Attrappe des Kampfmittelbeseitigungsdienstes äußerst realistisch dargestellt wurde, galt es zunächst, grundsätzliche Absprachen zwischen den beteiligten Institutionen und Organisationen zu treffen: Wer übernimmt welche Aufgabe? Wann erfolgt die Evakuierung? Was ist zu beachten?

Übung für den Ernstfall
Am Samstagmorgen wurde schließlich der Ernstfall geübt und eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet. Ihr gehörten Vertreter von Universitätsklinik, Deutschem Roten Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst, Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr sowie dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr an. Dieser Einsatzleitung oblag es, die am Vortag gemachten Absprachen durch die Helfer vor Ort umsetzen zu lassen und auf mögliche Schwierigkeiten zu reagieren.

Kurz vor 10 Uhr konnte der erste „Patient“ in die Turnhalle des Olympiastützpunktes transportiert werden. Alle Patienten wurden gespielt von Auszubildenden des Klinikums sowie von professionellen Übungsdarstellern des DRK und der DLRG Heidelberg. Die tatsächlichen Patienten in der Medizinischen Klinik waren von der Übung nicht betroffen.
Ein wichtiges Übungsziel war die lückenlose Registrierung der Patientendarsteller, damit jederzeit Klarheit herrschte, wo sich wer befindet. Vor Ort wurden die Patientendarsteller dann medizinisch und mit Essen und Getränken versorgt.
Bevor der Patiententransport beginnen konnte, hatten Kräfte des THW 100 Feldbetten aufgebaut, das Klinikpersonal Pflegematerial und Medikamente gerichtet und der Malteser Hilfsdienst die Versorgung der Patientendarsteller vorbereitet. Ein Teilziel war festzustellen, wie viele Feldbetten in der Turnhalle aufgebaut und wie viele Personen damit untergebracht werden können.

Während des Transportes der Patientendarsteller errichtete das THW einen großen Wall aus Sandsäcken um die Bombenattrappe. Hiermit würden im Ernstfall der Explosionsradius und die Druckwelle begrenzt. Mit diesem Übungsteil sollte besonders der Zeitaufwand sowie das Handling beim Befüllen und Setzen der sogenannten Big-Packs veranschaulicht werden. Diese Erkenntnisse sind für vergleichbare Situationen wichtig und werden gezielt weiter ausgewertet.

Kurz vor 13 Uhr konnte bereits der letzte Patiententransport durchgeführt werden. Die Evakuierung erfolgte somit deutlicher schneller als im Vorfeld angenommen.

Fazit
Nach einem dreiviertel Jahr intensiver Planung konnte die Katastrophenschutzübung erfolgreich durchgeführt werden. Die Übungsleitung, die aus Vertretern aller Institutionen und Organisationen bestand, zog am Samstagnachmittag ein positives Fazit. Insgesamt 80 Patientendarsteller konnten sicher und schnell verlegt und im Olympiastützpunkt betreut werden.
Jürgen König, Leiter der Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz der Universitätsklinik lobte besonders die sehr gute Zusammenarbeit der verschiedenen Teams, bestehend aus Klinikpersonal und den ehrenamtlichen Helfern des Katastrophenschutzes, in der Klinik. Die Übernahme der Patientendarsteller und der Transport in den Olympiastützpunkt konnte hierdurch wesentlich schneller durchgeführt werden, als im Vorfeld angenommen.

Für Frank Karlein, Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz bei der Berufsfeuerwehr Heidelberg, stand das Zusammenspiel der unterschiedlichen Hilfsorganisationen im Vordergrund. Mit der Übung wurde gezielt die Kommunikation untereinander beübt und erforderliche Maßnahmen gemeinsam umgesetzt. Das gegenseitige Kennen der Fähigkeiten und der jeweiligen Abläufe in den Hilfsorganisationen ist ein grundlegender Baustein, um in einer Großschadenslage schnell und effektiv Hilfe leisten zu können.

In einem nächsten Schritt werden nun die Rückmeldungen der Übungsbeobachter und der übenden Einheiten ausgewertet und in einer gemeinsamen Nachbesprechung bewertet. Jede Organisation wird ihre Erfahrungen in die eigenen Alarmplanungen und Ausbildungen einfließen lassen, um so künftig noch besser und effektiver reagieren zu können. Die Übung brachte somit einen nicht zu unterschätzenden Erfahrungsschatz für alle.


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