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DRK und Studierende von „Pro Bono“ starten gemeinsame Beratungen für Flüchtlinge - Komplexe Rechtsfragen werden einfach erklärt

 

21.06.2016

Der junge Mann kommt aus Gambia. Der Flüchtling hat keine Ausweispapiere. Bei der Anhörung im Asylverfahren schätzten ihn Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über 18 Jahre. „Wir gehen davon aus, dass das so nicht stimmt. Als Jugendlicher hat er aber ein Recht auf besonderen Schutz“, sagt die Juristin Dr. Diana Prinzessin zu Hohenlohe-Oehringen.

Studierende beraten Flüchtlinge aus Gambia
Fotos: Maria Stumpf (RNZ)
Ein anderer Mann ist beim Schwarzfahren erwischt worden und soll das „erhöhte Beförderungsentgelt“ von 60 Euro als Strafe bezahlen. "Wir werden beantragen, dass er das in Raten abstottern kann", heißt es. 143 Euro bekommt ein volljähriger Flüchtling pro Monat in bar – als Taschengeld.

Die Heidelberger Privatdozentin an der Frankfurter Universität berät seit einem Jahr den DRK-Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg bei  juristischen Fragen in der Flüchtlingsarbeit. Das Rote Kreuz ist im Registrierzentrum Patrick Henry Village  zusammen mit der Caritas und den Diakonischen Werken für die Sozial- und Verfahrungsberatung zuständig. Zurzeit leben dort rund 2000 Menschen. Doch vor Ort fehlen Juristen für knifflige oder komplexe  Rechtsfragen und Räumlichkeiten für eine individuelle Beratung. Das DRK hat deshalb einen Shuttlebus organsiert, der Hilfesuchende in die Geschäftsstelle des Roten Kreuzes in die Bahnstadt bringt.
Dort wird geholfen.

Studierende beraten Flüchtlinge aus GambiaErstmals hat Diana zu Hohenlohe dabei nun Mitglieder des Heidelberger Vereins „Pro Bono“ an ihrer Seite. Die  Jurastudierenden beraten seit zwei Jahren in Heidelberg und seit über einem Jahr auch in Mannheim unentgeltlich Menschen  bei rechtlichen Problemen, die sich juristischen Beistand nicht leisten können. Sie werden von ausgebildeten Juristen unterstützt. Ein Schwerpunkt ist dabei auch das Migrationsrecht. Bis zu 80 Mitglieder sind in diesem Bereich aktiv.

"Wir sind keine Konkurrenz zu Rechtsanwälten", betont Juristin zu Hohenlohe. "Bei Bedarf geben wir unsere Fälle weiter." Man wolle aber darauf achten, dass jeder Mensch ein anständiges Verfahren bekomme und "die Chancen, die der Gesetzgeber ihm einräumt."
Und nicht nur die Hilfesuchenden profitieren von der Rechtsberatung, auch die Jura-Studenten schulen dabei ihre Fähigkeiten. "Man lernt für den Alltag", meint Neil Kranzhöfer von "Pro Bono". Pauline Dietrich und Michelle Hembury sind an diesem Tag beim DRK dabei. "Einem Mandaten gegenüberstehen und praxisbezogen arbeiten, das ist schon etwas anderes als das Studium", so Hemsbury. Nicht unterschätzen will sie die Dinge, die man so nebenbei erfährt: "Es gibt Lebensgeschichten der Geflüchteten, die mich sehr beeindrucken. Und ich spüre dann eine große Dankbarkeit für das Leben, das ich hier führen darf." 

Beim DRK-Kreisverband ist man froh über das herausragende,  ehrenamtliche Engagement von "Pro Bono".  Der Bedarf nach juristischem Beistand  sei bei den Flüchtlingen sehr groß, sagt Annette Hübner. Die DRK-Mitarbeiterin managt das Beratungssystem zu Asylfragen. Antworten auf Fragen gibt es nun wöchentlich immer donnerstags beim Roten Kreuz, 14-tägig sind die Studierenden dabei. Wie Diana zu Hohenlohe betont, gelte das Angebot zunächst für Bewohner im PHV. "Man kann darüber nachdenken, es auszuweiten."


Quelle: Maria Stumpf (RNZ)



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