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Reingerutscht: Älterer DRK-Mitarbeiter nutzte Bundesfreiwilligendienst als Sprungbrett in die erste Arbeitswelt

 

30.08.2016

Der Blick in die Zukunft schien düster. Mit 50 Jahren ist Jürgen Hartwig nach 30 Jahren Arbeit als Groß- und Handelskaufmann arbeitslos geworden. Hunderte Bewerbungen hat er dann geschrieben,  nur Absagen erhalten.  „Zu alt“, hieß es. Es folgten Jobs und Praktika, nichts Festes. Kurz bevor er Harz IV beantragen musste, bewarb sich der inzwischen 57-Jährige vor vier Jahren für den „Bundesfreiwilligendienst“ beim DRK-Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg. Jetzt ist er 61 Jahre alt – und hat einen festen Arbeitsvertrag vom Roten Kreuz in der Tasche.

Jürgen Hartwig am Arbeitsplatz mit Computer
Fotos: Maria Stumpf
„Ich bin froh, dass ich trotz langer Arbeitslosigkeit nie  aufgegeben habe“, sagt Jürgen Hartwig. „Besser ein Freiwilligendienst, als zu Hause herumsitzen. Das war mir klar.“ Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wurde im Jahr 2011 als „Initiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit“  eingeführt - als Reaktion auf die Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes.  Frauen und Männer (als sog. „Bufdis“) arbeiten von sechs bis maximal 18 Monate für eine Aufwandsentschädigung im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen.  Ziel ist es auch, das Konzept des Freiwilligendienstes auf eine breitere  Basis zu stellen – denn im Unterschied zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ist der BFD  auch für Erwachsene über 27 Jahre offen. Allerdings sind die meisten Freiwilligen trotzdem zwischen 18 bis 20 Jahre. „Oft sind es junge Leute nach der Schule, die noch nicht wissen, was sie tun sollen“, erklärt Hans-Jürgen Florenz von der Sozialberatung beim DRK.

Das Dilemma dabei: Fehlende Motivation. Für den Krankentransport gebe es genügend Interessenten, so Florenz. „Aber im sozialen Bereich fehlen sie uns.“ Der DRK-Kreisverband plane deshalb im kommenden Jahr,  die Freiwilligendienste attraktiver zu machen: Wer im Rettungsdienst über  13 Monate dabei ist, bekommt die Möglichkeit, sich zum Rettungssanitäter ausbilden zu lassen und/oder er kann in der Berufsfindungsphase auch in „andere Bereiche beim DRK reinschnuppern.“ Dieses Jahr bilde der Kreisverband zehn Azubis aus, von denen die Hälfte zuvor ein FSJ gemacht hätte, heißt es.
„Wir brauchen die Freiwilligen auch. Sie übernehmen viele Dienstleistungen, wo unsere hauptamtlichen Mitarbeiter ergänzende Unterstützungen benötigen“, betont Florenz. Bis zu zehn BFD-Stellen könne der DRK-Kreisverband in der Regel anbieten, FSJ-Stellen je nach Bedarf.

Jürgen HartwigJürgen Hartwig hat Glück gehabt und seine Qualifikation unter Beweis stellen können, längst hat er sich reingefuchst in die neue Arbeit. Er kommt aus der Elektro-Handelsbranche und liebt den Kontakt mit Kunden: Hartwig begleitete als „Bufdi“ DRK-Mitarbeiter im Außendienst  für den Hausnotruf – heute macht er die Arbeit alleine. „Klar, war etwas komisch am Anfang. So als älterer Herr im Bundesfreiwilligendienst. Aber das hat mich keiner negativ spüren lassen.“


Quelle: RNZ, 22.08.2016, Autorin: Maria Stumpf




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