Holzklötzchen, vier mit der beschriftung BLOG und ein rotes KreuzFoto: Wokandapix - pixabay

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Kreisverband Rhein-Neckar / Heidelberg e. V.

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Mein Leben zwischen Haix und Heels

23.05.2019

Hallo, ich heiße Rebekka, 20 Jahre jung und bin im ersten Ausbildungsjahr zur Notfallsanitäterin im Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Rhein-Neckar Heidelberg e.V. an der DRK Landesschule in Sinsheim.

 

Wie es mich hierher verschlagen hat? Nachdem ich 2016 mein Abitur bestanden hatte, stellte sich mir die Frage: Was sollte ich mit meinem Leben anfangen? Nach Neuseeland, wie gefühlt die Hälfte meiner Jahrgangsstufe, wollte ich nicht. Für ein FSJ hatte ich mich nicht entschieden. Dann erzählte mir eine Freundin meiner Mutter von der dreimonatigen Ausbildung zur Rettungssanitäterin. Patienten versorgen, diese lebend ins Krankenhaus zu befördern und somit Leben zu retten... das war etwas, das ich mit voller Überzeugung machen wollte. Ein Tag später war die Bewerbung weggeschickt, und die Zusage kam die Woche danach. Kurz darauf tauschte ich also für viele Stunden am Tag (und oft auch in der Nacht) meine High Heels gegen berufsgenossenschaftlich vorgeschriebene Arbeitsschuhe mit dem Namen „Haix" ein. Den schulischen Teil der Ausbildung absolvierte ich in Mannheim, doch für die Klinik und das Praktikum in der Rettungswache war ich in Heidelberg. Dort hatte ich erstmals Kontakt mit der Notfallrettung des Deutschen Roten Kreuzes in Heidelberg.


Und die hatte es mir sofort angetan! Einen Rettungswagen (RTW) zu fahren war für mich das Größte. Mit viel Tätü-Tata, schnell durch Heidelberg rasen, von einem Notfall zum anderen, echte Menschen behandeln oder sogar zu reanimieren, voll im Geschehen zu sein...Ich war jeden Tag vor dem Dienst wahnsinnig aufgeregt, was mich als nächstes erwarten würde.

Während meines Praktikums erlebte ich einige „richtige" Notfälle, unter anderem auch zwei Reanimationen. Nun hatte ich das Gefühl endlich etwas Sinnvolles mit meinem Leben anfangen zu können. Menschen zu helfen, wenn diese sich in echten Notfallsituation befinden und sie durch präklinische Maßnahmen vor dem Tod zu bewahren. Man steht den Menschen in nicht nur schweren, sondern oft auch unangenehmen und peinlichen Situationen bei und unterstützt nicht nur physisch sondern auch psychisch. Das hat mich schon von Anfang an an diesem Beruf fasziniert.
Nach meiner bestandenen Abschlussprüfung als Rettungssanitäterin im Dezember 2016, begann ich im Februar 2017, hauptamtlich in der Notfallrettung zu arbeiten.


Rückblickend kann ich sagen, dass es am Anfang bestimmt nicht leicht mit mir war: Ein junges, gerade 18 Jahre alt gewordenes Mädchen, mit 1000 Fragen.... Schnell wurde mir auch klar, dass die Notfallrettung nicht nur aus „echten" Notfällen besteht, sondern auch aus vielen Hausarzteinweisungen und Krankenhausverlegungen. Zudem bestehen viele Einsätze aus medizinischen Hilfeleistungen für Menschen, die oft durch Angst und Unwissenheit ihr eignes Krankheitsgeschehen nicht einzuordnen wissen. Oft wird daher schnell der Rettungsdienst gerufen, auch wenn dieser für den entsprechenden Fall gar nicht zuständig ist. So geht es oftmals auch um Aufklärung und Beruhigung der Patienten, denn manchmal sind es die „kleinen Dinge" die Menschen helfen können. Die Aufgabe der Notfallrettung ist es nicht, Patienten einfach nur in die Klinik zu fahren. Sie besteht daraus, die bestmögliche Lösung für Probleme der unterschiedlichsten Art zu finden und dem Patienten verschiedene Lösungsansätze vorzugeben. Und dann handeln wir letztendlich im Wunsche des Patienten.

In den fast zwei Jahren der hauptamtlichen Tätigkeit in der Notfallrettung auf dem RTW habe ich nicht eine Sekunde bereut. Ein Jahr davon bin ich mit einem Notfallsanitäter gefahren, welcher frisch von der Schule kam. Er brachte mir wahnsinnig viel bei und zusammen erlebten wir die verrücktesten Einsätze. Er hatte so viel Motivation mir Sachen beizubringen und mich selbstständig arbeiten zu lassen, dass ich beschloss, ebenfalls dieser Arbeit als Hauptverantwortliche auf dem RTW nachzugehen.

Also schickte ich meine Bewerbung für die Ausbildung zur Notfallsanitäterin ab. Wie ich es geschafft habe, den Bewerbungsprozess und die Aufnahmeprüfung erfolgreich hinter mich zu bringen, erzähle ich euch im nächsten Beitrag. Vielleicht verrate ich da sogar ein paar Insider, für alle die sich noch bewerben wollen ;-)