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Kreisverband Rhein-Neckar / Heidelberg e. V.

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69115 Heidelberg
Tel. 06221 / 90 10 0
Fax 06221 / 90 10 60

Notruf: Tel. 112 | Krankentransport: Tel. 19222



Unser Ehrenamt in der Coronakrise

18.08.2020

Ende Februar, kurz nach Beginn der Pandemie wurde der Einsatzstab des DRK-Kreisverbandes Rhein-Neckar/Heidelberg e.V. einberufen. Kreisbereitschaftsleiterin Yvonne Wiedl spricht im Interview über den Einsatz für die Bevölkerung in einer Krise und über Schutzmaßnahmen, die unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte weiterhin begleiten werden.

 

Felix Zurbrüggen

Ansprechpartner

Herr 
Felix Zurbrüggen
Kommunikation & Marketing

Telefon:
06221- 90 10 77
Telefax:
06221- 90 10 60
E-Mail an Herrn Zurbrüggen
In der Leitung des Stabes vertraten sich wechselseitig die Kreisbereitschaftsleiterin Yvonne Wiedl und Jürgen Wiesbeck, der auch Leiter des Einsatzstabes im DRK-Landesverband Baden-Württemberg ist. Extern stimmte sich der Einsatzstab eng mit behördlichen Stellen wie der Stadt Heidelberg und dem Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises ab, ebenso wie mit Feuerwehren, den Kliniken und dem Einsatzstab des DRK-Landesverbandes.

Yvonne Wiedl, die Leitung des DRK-Einsatzstabs von März bis Mai war die erste größere Herausforderung für Sie als Kreisbereitschaftsleiterin des Kreisverbandes. Was nehmen Sie mit aus dieser Zeit?

Y.Wiedl: Zu allererst nehme ich viele positive Erfahrungen mit. Wir haben es als Team geschafft, schwierige Aufgaben und kurzfristige Anforderungen zu erfüllen und haben weitreichende Entscheidungen getroffen – beispielsweise die Empfehlung zum Zuschauer-Ausschluss beim Bundesligaspiel der TSG Hoffenheim gegen Hertha BSC zu Beginn der Pandemie in Deutschland. Ich blicke zufrieden und auch ein bisschen stolz auf unsere Arbeit in dieser besonderen Zeit zurück.

Welche Aktionen bleiben Ihnen besonders in Erinnerung?

Y.Wiedl: Mir bleibt vor allem das wahnsinnige Engagement unserer ehrenamtlichen Kräfte in Erinnerung: Sie haben in der Zeit des sogenannten Lockdowns große Einsatzstärke und immense Hilfsbereitschaft vor Ort gezeigt. Sie besetzten täglich unsere eingerichtete Telefon-Hotline zur Bündelung von Hilfsangeboten, selbst an Wochenenden und Feiertagen. Unsere Rotkreuzler beschafften Schutzausrüstung, standen bereit bei der Einrichtung von mobilen Corona-Teststationen, bei der Besetzung einer Infektionssprechstunde und einer Fieberambulanz, für schnelle Hilfe bei großen Blutspendeaktionen oder leisteten schnell und unkompliziert Einkaufshilfe. Und das alles neben ihrem eigentlichen Beruf, wohlgemerkt.

War Ihnen denn zu Beginn schon klar, was mit dem Corona-Ausbruch auf das DRK zukommt?

Y.Wiedl: Es war anfangs schwer abzusehen, welche Entwicklung die Pandemie nehmen würde. Zum Glück hatten wir im Einsatzstab frühzeitig die richtigen Maßnahmen getroffen, sicher auch durch die gute medizinische Expertise unserer Ärzte. Wichtig dabei war uns, dass wir im Rhein-Neckar-Kreis genügend Katastrophenschutzeinheiten in der Hinterhand behalten – falls die Pandemie einen schwereren Verlauf genommen hätte. Auf diesen Ernstfall wären wir also gut vorbereitet gewesen – und bleiben es selbstverständlich auch weiterhin. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.
Als Katastrophenschutz- und Rettungsdienstorganisation zählt das DRK zur besonders schützenswerten Infrastruktur.

Welche Schutzmaßnahmen haben Sie für das ehren- und hauptamtliche Personal getroffen?

Y.Wiedl: Um die Infektionsgefahr für unser Personal zu senken, haben wir Zugangsbeschränkungen für die Rettungswachen und die Kreisgeschäftsstelle erlassen – zusätzlich zu den verschärften Hygienemaßnahmen. Im Ehrenamt wurden alle Ausbildungen und Veranstaltungen – also auch Gruppenabende – abgesagt. Zudem haben wir zeitweise unsere Helfer-vor-Ort-Systeme außer Dienst genommen. Die Sicherheit unserer Helfer und unverhältnismäßige Aufwand von Schutzmaßnahmen war dabei entscheidend. Glücklicherweise konnten wir unter Einhaltung besonderer Anforderungskriterien einige HvO-Systeme wieder in Dienst nehmen. Bereitschaftsabende sowie auch die Fort-und Weiterbildungen konnten online stattfinden. Ich glaube, unser Gemeinschaftsgefühl hat in dieser Zeit nicht gelitten – im Gegenteil, in vielen Bereichen gab es durch Corona einen starken Schulterschluss.