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100jähriges Jubiläum des DRK-Ortsvereins Neckarbischofsheim

 

06.05.2006

Wir brauchen Menschen, die bereit sind, sich für andere zu engagieren! - Festbankett zum 100jährigen Jubiläum des DRK-Ortsverein Neckarbischofsheim mit Ehrungen, Modenschau und flotter Musik

Besucher im Festzelt
Wie es sich für das Deutsche Rote Kreuz gehört, war das vor der ehemaligen Landwirtschaftsschule aufgestellte Festzelt in rot-weißen Farben gehalten und entsprechend mit rot-weißen Blumengestecken ausgeschmückt. Die Gäste, die sich zahlreich am Samstagabend zum Festbankett anlässlich des 100. Geburtstags des DRK-Ortsvereins einfanden, fühlten sich darin sichtlich wohl. Nicht anders konnte man die Lautstärke werten, die sich während der einzelnen Redebeiträge mehr und mehr verstärkte. Schuld daran war sicherlich auch die Tonanlage, die während des Festaktes mehrmals „den Geist aufgab“, so dass es die Redner sehr schwer hatten, sich bei den Gästen Gehör zu verschaffen.

Bürgermeister Hans-Joachim Vogt als Schirmherr blieb es vorbehalten, nach der Begrüßung der Gäste durch die Vorsitzende Gabi Blaß, den Reigen der Grußworte zu eröffnen. „In einer zusammenwachsenden Welt, einer Welt, die immer mehr vom persönlichen Egoismus geprägt ist, haben die Ideale des Roten Kreuzes, wie Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit einen hohen Stellenwert“, stellte der Stadtchef fest, wobei er in diesem Zusammenhang ausführlich das Werk des Gründers des Internationalen Roten Kreuzes, Henry Dunant, würdigte.

Die 100jährige, wechselvolle Geschichte des Neckarbischofsheimer Roten Kreuzes war gekennzeichnet vom Wandel der Gesellschaft und ihrer Bedürfnisse. Nicht nur die Versorgung Verletzter oder das Sammeln von Blutkonserven sind Tätigkeitsfelder. Jugendrotkreuz, häusliche Pflege, der „Club aktiver Senioren“ und Rotkreuzlehrgänge sind weitere Bereiche des DRK-Ortsvereins. „Wir brauchen das Rote Kreuz, und das Rote Kreuz braucht Menschen, die bereit sind, sich in ihrem Beruf oder in ihrer Freizeit für andere zu engagieren. Menschen, die bereit sind, eine verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Bürgerinnen und Bürger, die Gemeinsinn beweisen“, rief der Schirmherr die Einwohner der kleinen Kraichgaustadt auf, sich an der wichtigen Rot-Kreuz-Arbeit zu beteiligen.

Vogt wünschte dem Ortsverein für die Zukunft weiterhin viel „ERFOLG“: „Energie“, um die Aufgaben gut gelaunt zu meistern, „Reaktionsvermögen“, um auch den neuen Anforderungen gerecht zu werden, „Freude“ bei der Arbeit, „Organisationstalent“ ohne die der Verein nicht existieren kann, „Liebe“ zum Nächsten und „Gemeinsinn“, als tragendes Fundament des Ganzen. Als Anerkennung für die bisher geleistete Tätigkeit übergab der Stadtchef die Jubiläumsgabe der Stadt. Gabi Blaß hatte für den Bürgermeister ebenfalls ein Geschenk parat. Anstatt von Geschenken an die Gastvereine, wurden die eingesparten Mittel für die Anschaffung einer Gruppenschaukel für den Abenteuerspielplatz im Wiesenweg zusammengelegt.

„Mit berechtigtem Stolz und großer Freude blicken die 55 Mitglieder des Ortsvereins auf die letzten 100 Jahre engagiertem und selbstlosem Dienst an hilfsbedürftigen Menschen zurück“, wusste die Kreisverbandsvorsitzende Diemut Theato. Wie die Festschrift eindrucksvoll belege, sei der Jubilar zwar reich an Jahren, jedoch alles andere als hochbetagt und bedürftig, sondern erfreue sich auch nach einem Jahrhundert bester Gesundheit und erfülle noch heute vielfältige vitale soziale Aufgaben im Stadtgebiet und den beiden Stadtteilen, so Theato weiter.  Auf vier soliden und tragenden Säulen steht der lebendige Ortsverein: Zum einen auf der aktiven und kompetenten Bereitschaft, dann auf der attraktiven Jugendarbeit, dem unermüdlichen Sozialarbeitsteam und zu guter Letzt dem lebendigen „Club aktiver Senioren“. Das Geheimnis der Kontinuität und Vitalität des Ortsvereins machte die ehemalige Europaabgeordnete fest an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich – gegen den allgemeinen Trend – „mit viel Elan, ganz im Sinne von Henry Dunant, Menschlichkeit durch Hilfsbereitschaft konkret werden ließen.“

In die Reihe der Grußredner reihten sich Jürgen Wiesbeck, Hermine Hartlieb und Reiner Schleweis von der Kreisbereitschaftsleitung zusammen mit dem Kreisgeschäftsführer Thomas Locher, sowie die Vertreter der Ortsvereine aus Waibstadt, Reihen, Dühren, Neidenstein, Eschelbach und Sinsheim ein. Der Musikverein Neckarbischofsheim überbrachte seine Glückwünsche in musikalischer Form, indem er das Festbankett mit flotten Weisen umrahmte.

Auch Ehrungen durften beim 100jährigen nicht fehlen. Neben den Mitgliedern des Jugendrotkreuzes, von denen Sarah Lapesch, Marius Prutky und Rouven Paulmann für fünfjährige Zugehörigkeit, sowie Manuela Bender für 15jährige Tätigkeit mit einer Urkunde geehrt wurden, erhielt Edith Bräumer für ihre 15jährige Mitgliedschaft die Auszeichnungsspange in Silber. 30 Jahre versieht die Bereitschaftsführerin Brigitte Stoll ihren Dienst beim DRK-Ortsverein und wurde dafür mit der Auszeichnungsspange in Gold ausgezeichnet. Bereits seit 60 Jahren gehört die Ehrenbereitschaftsführerin Erna Hecht DRK Neckarbischofsheim an. Für ihre langjährigen Verdienste erhielt sie einen Blumengruß.

Mit einer kleinen Modenschau zum Thema „DRK gestern – heute –morgen“ belebten die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Hauptschule Neckarbischofsheim mit ihren Lehrern Cordula Mildenberger und Horst Borgner das Festbankett. So sahen die Besucher neben dem Charme der 50er Jahre auch die Kleidung der Rotkreuzler aus den 70er, 90er und der Zukunft im Jahre 3000. Mit flotter Musik leitete die SF-Band aus Schwarzach in den gemütlichen Teil des Abends über. Die Helferinnen und Helfer der befreundeten Neckarbischofsheimer Vereine, die während des Festbanketts und danach die DRK-ler in der Küche und dem Ausschank unterstützen, bekamen noch ein Extra-Dankeschön für die Mithilfe.


Bierbänke und FestzeltDas 100jährige Jubiläum hätte nicht schöner sein können. Strahlendblauer Himmel und sommerliche Temperaturen bescherten dem DRK-Ortsverein zu seinem Festwochenende beste „Feschtles-Voraussetzungen“. Die perfekte Vorbereitung der Feierlichkeit durch die Verantwortlichen wurde nur durch die Lautsprecheranlage getrübt, die bereits am Samstag beim Festbankett nicht richtig funktionierte. Auch am Sonntag setzte sich dieser Missstand fort, so dass letztlich Durchsagen per Megaphon und die musikalischen Beiträge über den CD-Player erfolgen mussten. Ansonsten freute sich der Jubelverein über viele Besucher, die über die beiden Tage das Festzelt bevölkerten. Mit einem ökumenischen Gottesdienst startete der Festsonntag, der von den beiden Pfarrern Manfred Jann und Joachim Pieler gehalten, und vom Männergesangverein Neckarbischofsheim gesanglich umrahmt wurde. Den anschließenden Frühschoppen gestaltete der Musikverein Neckarbischofsheim musikalisch, bevor der Run auf das Mittagessen erfolgte, das die Landfrauen wieder einmal vorzüglich vorbereitete hatten. Hunderte von Knödeln wanderten zusammen mit dem leckeren Braten durch den  Gaumen in die hungrigen Mägen.

Der Nachmittag bot auf dem Grundschulparkplatz sehr viel Abwechslung. So konnte durchgehend die Fahrzeugschau mit Notarzt- und Krankentransportwagen und das Behindertentransportfahrzeug des DRK, das Tanklösch- und Dekon-Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr sowie der THW-Mannschaftswagen und Führungsfahrzeug bestaunt werden. Im Proberaum des Singvereins war außerdem eine Ausstellung mit Informationen über die Rot-Kreuz-Geschichte, das Genfer Abkommen, die Ehrenamtlichkeit und Jugendarbeit und weitere allgemeine Infos über das Rote Kreuz aufgebaut.

Highlights waren jedoch die Vorführungen der DRK-Rettungshundestaffel des Kreisverbands Rhein-Neckar/Heidelberg, des Technischen Hilfswerks Sinsheim sowie der 4. Einsatzeinheit des Kreisverbands des DRK. Vor allem die Hundestaffel hatte es den Besuchern angetan, die mit insgesamt acht Hunden, darunter sechs Flächensuchhunde sowie zwei Trümmersuchhunde nach Neckarbischofsheim gekommen waren. Mit Bravour lösten die Vierbeiner die verschiedenen Aufgaben, sei es der Gang über eine Wippe, ein Wackelbrett oder über das aufgebaute Gerüst, das sich nur über eine große Leiter erklimmen ließ und als weitere Schwierigkeit eine Hängebrücke beinhaltete.

Das Technische Hilfswerk zeigte, wie man mit einem Lufthebekissen recht schnell eine Person unter einer umgestürzten Betonplatte befreien kann. Über den ganzen Tag hatten die Sinsheimer THW-ler eine Seilbahn aufgebaut, die von den Kindern gerne in Anspruch genommen wurde. Die 4. Einsatzeinheit des DRK-Kreisverbands präsentierte unter anderem ihre „Power-Moon“-Beleuchtung, die bei Einsätzen eine Fläche von bis zu 1.000 Quadratmetern ausleuchten kann. Das Jugendrotkreuz letztendlich verpasste den Kindern noch einige Wunden, die am großen Schminktisch künstlerisch gestaltet wurden.

Mit drei Tänzen erfreute der „Club aktiver Senioren“ die Festgäste. Mit dem Titel „Leben ist mehr als Rackern und Schuften“ zeigten die Seniorinnen, wie man sich auch in fortgeschrittenem Alter noch grazil mit Tüchern zur Musik bewegen kann. Beim „Lord of the dance“ wurde kräftig geklatscht und getanzt und beim Strauß-Walzer „Wiener Blut“ zeigten die Damen einen Reigentanz mit dem Terraband. Den musikalischen Abschluss gestaltete der Spielmanns- und Fanfarenzug Waibstadt, die mit ihren satten Big-Band-Sound und den tollen Solisten nochmals eine zünftige Festzeltstimmung aufkommen ließen.

Zum Abschluss des Festes bedankte sich die Vorsitzende Gabi Blaß bei allen Helferinnen und Helfern, die zum sehr guten Gelingen der Jubiläumsfeierlichkeiten beigetragen hatten. Besonders hervorzuheben war an diesem Wochenende, dass sich viele örtliche Vereine mit ihren Mitgliedern an den Arbeiten im Ausschank, der Küche und beim Spüldienst beteiligten und so ihre Verbundenheit zum Traditionsverein zeigten.

Aus: www.harry-hack.de – Nachrichten aus dem Kraichgau



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