
Kreisverband Rhein-Neckar/Heidelberg e.V.
Langer Anger 269115 Heidelberg
Tel. 06221 / 90 10-0
Fax 06221 / 90 10-60
Notruf: Tel. 112 | Krankentransport: Tel. 19222
"Panik und Verletzte" bei Chlorgasalarm-Übung
Beitrag teilen
Einsatzkräfte wie im Ernstfall vor vollendete Tatsachen gestellt
"Wir machen das zum ersten Mal mit allen drei Organisationen zusammen", erzählt DRK-Bereitschaftsleiter Martin Hortscht, der die Idee mit seiner Bereitschaftsleiterkollegin Natascha Hohneder-Mühlum entwickelt hat. Sowohl bei Feuerwehr-Kommandant Torsten Hartmann als auch beim DLRG-Vorsitzenden Günter Immenroth rannten die beiden mit ihrem Vorschlag offene Türen ein. Die Feuerwehr verlegte sogar ihren eigentlichen Übungstag und fuhr mit vier Fahrzeugen aus Waibstadt und Daisbach zum Einsatzort Schwimmbad.
Dort gab es nur Vorgaben für die Verletztendarsteller, die nicht nur von Jens Bührle von der DRK-Notfalldarstellung realitätsnah geschminkt worden waren, sondern auch versuchten, schauspielerisch zu agieren. Denn die Einsatzkräfte wurden – wie es ja auch im Ernstfall ist – vor vollendete Tatsachen gestellt. Bekanntlich wird die Chlorgasanlage von einem Sensor überwacht, und bei einem Austritt wird automatisch die Feuerwehr alarmiert. "Wir können aber auch, wie jetzt bei der Übung, den Alarm manuell auslösen", erzählt die DLRG-Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Daniela Nühlen-Hövel.
Einsatzlagen im Wasser und im Keller
Nicht ganz einfach sei die Bergung der Personen im Keller gewesen, wie Kommandant Hartmann mitteilt. "Wir hatten zunächst einen Trupp heruntergeschickt, der dann weitere Unterstützung anforderte." Gerade auch bei der sommerlichen Hitze war der Einsatz mit Atemschutzgerät eine echte körperliche Herausforderung für die Feuerwehrleute. Doch der Hausmeister konnte, genauso wie eine Reinigungskraft, gefunden werden. Chlor wirkt bekanntlich als Gas vor allem auf die Atemwege und kann in hohen Konzentrationen schwere Lungenschäden verursachen, was auch der dauerhafte lautstarke Husten des geretteten Patienten unterstrich.
„Wir haben eine Menge gelernt“
Zufrieden zeigten sich am Ende der Übung die Verantwortlichen mit dem Ablauf der Meldekette und dem Zusammenspiel der rund 50 Einsatzkräfte. Einmal mehr wurde überprüft, ob eingeleitete Maßnahmen auch vor Ort tatsächlich so umsetzbar sind. "Wir haben eine Menge gelernt", sagt DLRG-Chef Immenroth über Maßnahmen zur Lebensrettung durch das DRK-Personal. Auch Kommandant Hartmann fand für die anspruchsvolle Übung positive Worte, auch weil die Feuerwehr kurz vor Übungsbeginn noch einen echten Einsatz fahren musste.
Der hohe Ausbildungsstand aller Teilnehmer hätte genauso zum Gelingen der Übung beigetragen wie die gute Kooperation der DLRG, des DRK und der Feuerwehr, lautete das Fazit. "Für eine Premiere ist alles bestens gelaufen", findet DRK-Bereitschaftsleiter Hortscht. Geplant seien auf jeden Fall weitere gemeinsame Übungen dieser Art.
Text: RNZ / B.Jürriens
Suchen Sie eine neue berufliche Herausforderung?
Hier finden Sie